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Sammlung


Freitag, 22. Dezember 2006
Grausliche Mitternacht
By beistrich, 14:26




Hufschlag und Fluchen und der Schrei einer Magd

in der Scheune geschändet zum wirren Gelächter.

Wer jetzt noch ins Dunkle zu spähen sich wagt,

wird gnadenlos Opfer der grimmigen Schlächter,


dem die nächtlichen Schemen die Adern zerfleischen,

wenn die hungernden Rudel der heulenden Hunde

ihren Anteil am blutigen Mahle erheischen

von Hexern und Teufeln zur Mitternachtsstunde.


Behänge die Balken mit Knoblauchzöpfen.

Mit Weihwasser musst du die Türen besprengen,

wenn ums Haus tobt die Hatz der Gespenstergeschöpfe,

die mit flackernden Fackeln zum Eingang sich drängen.


Halt die Ohren dir zu , schließ fest deine Augen,

hinter den Ofen verkriech dich zum Beten.

Das Weihwasser trocknet, dein Hirnblut saugen

mit Schmatzen die Gäste, eh' sie dich zertreten.


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Montag, 18. Dezember 2006
Schrei, Flieh, Lauf!
By beistrich, 13:57


He! Du da, Nachbar,

hast du auch verloren?

Was meinst du?

Alles, da wir es jetzt missen.


Wir sind ja zum Verlieren auserkoren,

glaube mir nur,

sie schwatzen voll dir deine Ohren,

um dir zu schmeicheln, dich zu locken,


doch alles, was man will,

man, wie ich es meine,

sind die anderen,

ist dich zu leeren,


bis dass du schließlich trocken

für niemand mehr von Interesse

und selbst deine Fresse

zum Reinhauen nicht mehr reizt!


Schrei!

Recht so, doch das Geschrei

wir dich nicht retten.

So lauf, eh! lauf, he! lauf davon...


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Treibholz
By beistrich, 13:53

was bin ich schon

im Strom des Lebens

Treibholz vielleicht

das noch Erinnern trägt

an fernen Forst und Stürme


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Grinzinger Erinnerungen
By beistrich, 13:42


Zwischen dem glatten Spiegel

und dem vorgeneigten Kopf

stützt sich mein flachgelegter Unterarm,

auf den ich meine Stirne lege.


So kann ich meinen Blick nach innen richten

und bei Gedanken, auch den trägen, schweren,

ein wenig weilen, hier am Abort einer Schänke,

in der für wenig Geld

man schlechten Wein mir reichte,

den jetzt ich mühsam doch befreiend

aus mir fließen lasse.


Wie kam ich denn hierher

und weiß ich, was ich hier

zu finden hoffte?


Ich suchte nichts

und das war's, was ich fand

hier am Aborte,

Stirn auf Unterarm

auf Spiegel oder Wand.

 


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